Was ist Gestalttherapie

Was ist Gestalttherapie?

Gestalttherapie

– und der Gestalt-Ansatz in Beratung, Begleitung, Bildung und Personalentwicklung – unterst√ľtzt Individuen, Paare, Familien, Gruppen und Organisationen auf inspirierende, kreativ provozierende und aktivierende Weise darin, im bewussten Kontakt mit den eigenen Wahrnehmungen, Deutungen und Gestaltungen, Bed√ľrfnissen, Werten, Zielen und Ressourcen zu leben – im konstruktiven Dialog mit sich selbst und anderen, mit Umfeld und Umwelt.

Aufmerksamkeit f√ľr das Hier und Jetzt

Gestalttherapie zieht Aufmerksamkeit f√ľr das Hier und Jetzt der Analyse der Vergangenheit vor, stellt eher die Fragen nach dem Wie und Wof√ľr, anstelle der Suche nach dem Warum – und betont gegen√ľber blo√üer ‚ÄěRedekur‚Äú den Wert direkter Erfahrung, konkreten Erlebens und Erprobens, aktiven Entdeckens und Erfindens. Eine besondere Rolle f√§llt daher Gewahrseins√ľbungen und Kontaktexperimenten zu, dem Ausdruck von Gef√ľhlen, der Inszenierung innerer Bilder und dem Spiel. Das Spiel √ľberbr√ľckt die Kluft zwischen Denken und Handeln.

Respekt vor der Selbstorganisation

Der Gestalt-Ansatz ist gepr√§gt von Respekt vor der Selbstorganisation alles Lebendigen, von Achtung gegen√ľber der Wirklichkeit, Pers√∂nlichkeit, Lebensleistung, W√ľrde und Freiheit jedes Menschen und durch das Vertrauen in seine – und ihre – grundlegende F√§higkeit, immer wieder neue eigene und eigenwillige Antworten auf sich wandelnde Anforderungen im Leben zu finden.

Potential zu lebenslangem Wachstum

Auf dieses Potential zu lebenslangem Wachstum, zu kreativer Anpassung baut Gestalttherapie. Gesundheit hei√üt, sich in der Zeit ver√§ndern – Balance und Stabilit√§t durch Dynamik. Gestalttherapeutisches Ziel ist daher, Erneuerungs- und Selbstheilungskr√§fte zu beleben, daf√ľr Selbstakzeptanz wie Selbstvertrauen zu f√∂rdern und dabei Verantwortung f√ľr die eigenen Entscheidungen und Vermeidungen zuzumuten. Vom Glauben an die Unfreiheit frei werden, hei√üt frei werden.

Positives Welt- und Menschenbild

Wenn Organismen, Systeme, Lebensformen spontan und aus sich heraus zu Struktur und ganzheitlicher, dynamischer Organisation ihres Erlebens und Verhaltens, zu Wahl und Richtung, Identit√§t und Sinnfindung, Kontakt, Koordination und Kooperation f√§hig sind, bedeutet dies auch, dass ihnen nicht Ordnung als etwas Zus√§tzliches, √Ąu√üerliches oder Wesensfremdes aufgepfropft oder aufgezwungen werden muss, um sie zu formen oder gegen Chaos zu b√§ndigen. Dieses positive Welt- und Menschenbild hat gro√üe subversive Kraft und weitreichende Konsequenzen f√ľr Rollenverst√§ndnis und Arbeitsweise im Gestalt- Ansatz – und stellt sich quer zu herk√∂mmlichen mechanistischen, hierarchischen und kontrollgl√§ubigen Auffassungen auch in Gesundheitswesen, P√§dagogik und Psychologie.

Tradition der humanistischen Verfahren

Gestalttherapie, Mitte des vergangenen Jahrhunderts von Fritz Salomon Perls und Lore Perls sowie Paul Goodman entwickelt und zuerst beschrieben, steht in der Tradition der humanistischen Verfahren und wurzelt in Gestaltpsychologie, Feldtheorie, Psychoanalyse, Ph√§nomenologie und Existenzialismus, dem Dialogischen Prinzip nach Martin Buber und √Ėstlichen Weisheitslehren. Am Gestalt-Institut-Frankfurt e.V. ist ‚ÄěGestalt‚Äú zudem inspiriert vom Konstruktivismus und Systemischen Ans√§tzen.

Einf√ľhrende Literatur:
Fritz Perls, Grundlagen der Gestalttherapie. Klett-Cotta Verlag, 11. Auflage 2002